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Akiba´s Trip 2: Undead and Undressed

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Schonungslos natürlich
Der obig zutage gelegte Ton in diesem Review sei entschuldigt, ist jedoch exemplarisch für die grandiose Präsentation des Spiels. So gut wie jeder Dialog, jede Info, jeder Meta-Text ist perfekt auf die Lebenswirklichkeit eines Otaku und Internet-Nerds abgestimmt. Schon der Infobildschirm vorm Laden des Spielstandes, der besagt, dass Raubkopieren böse ist, endet mit der Ansage, dass die Entwickler bei Ungehorsam jemanden auf den Spieler ansetzen werden. Ein Ingame-Äquivalent zu Twitter, genannt Pitter, eröffnet immer wieder neue Threads, in denen User über aktuelle Ereignisse diskutieren, die mit fortschreitendem Spielverlauf immer mehr mit dem Helden und seiner Hobby-Hilfsgruppe, den Akiba Freedom Fighters (die für gewöhnlich Ortsauskünfte an Touristen erteilen oder Müll-in-die-Gegend-Werfern die Leviten lesen), zu tun haben. Dabei sind die Fake-Postings derart natürlich verfasst, dass man glauben könnte, man würde im echten Internet in einem echten Diskussionsforum mitlesen. Vokabular, Rechtschreibung, Emoticons und ständige Versuche von Pwnen und Trollen erschaffen die perfekte Illusion.
 
Und schließlich sind da die Dialoge mit den diversen NPCS, die spätestens dann ihren lebensnahen, frischen Humor offenbaren, wenn der Hauptcharakter auf die Frage, wer das unbekannte Mädchen neben ihm sei, die Antwortmöglichkeit "Sie ist meine Freundin" wählt und ein Kumpel nonchalant entgegnet "wir wissen alle, dass du eine V-Card noch hast, also, wer ist sie wirklich?". Der leider nur auf Englisch vorhandene Text fängt die Atmosphäre einer sich selbst bewussten Anime-Serie ein wie selten ein Spiel. Dabei fällt auch weniger ins Gewicht, dass die eingangs beschriebene Geschichte um die vampir-ähnlichen Synthisters eher wenig episch erzählt wird - zu sehr freut man sich ganz einfach auf die nächsten Dialoge zwischen den hervorragend inszenierten Stereotypen.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
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