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Danganronpa 2: Goodbye Dispair

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Altbekannte Klischees
Nicht nur die Spielregeln des Killing Games sind genau die selben, wie in Danganronpa, auch die Charaktere erinnern sehr stark an die Schüler im Original. Im Falle des mittlerweile ziemlich korpulenten Byakuya Togami liegt der Grund hierfür auf der Hand: Er war bereits Teil der Schülerschaft im ersten Teil, wenngleich er zumindest nicht zu erkennen gibt, bereits einmal ein solches Spiel miterlebt zu haben. Doch auch andere Charaktere erinnern stark an Charaktere aus dem Original. Die ultimative Videospielerin Chiaki beispielsweise fällt mit besonderer Cleverness und ungewöhnlichem silberfarbenen Haar auf und erinnert so sehr stark an Kyoko, während Akane, die ultimative Turnerin, eine offensichtliche Neuauflage von Aoi darstellt. Wie schon im ersten Teil sind fast alle Charaktere stark überzeichnet und extrem stereotypisch und es fällt durchaus negativ auf, dass hierbei auch noch Stereotype des Originals einfach recycelt wurden.

Die Summe der Geschichte ist schwächer als die Einzelteile
Was im Laufe des Spiels schnell auffällt, ist, dass sogar manche Eckdaten der ersten Fälle an den Verlauf der Fälle in Danganronpa erinnern – bis dahin, dass das Spiel selbst das sogar kommentiert. Allerdings muss man sich als Kenner des Originals nun keine Sorgen machen, sich zu langweilen, denn trotz dieser Ähnlichkeiten sind die Fälle in Danganronpa 2 eigenständig genug, dass man kein großes Déjà-vu erlebt, sondern in jedem Fall erneut gut nachdenken muss, um den Mörder zu entlarven. Insgesamt sind die Fälle sogar deutlich besser konstruiert als im Erstling und besonders der fünfte Fall ist regelrecht fantastisch. Leider kann die Gesamtgeschichte hierbei nicht mithalten. Sie ist zwar durchaus interessanter und hat schwerer vorhersehbare Wendungen als im ersten Spiel, andererseits ist der Abschluss der Geschichte leider erneut recht schwach und schreckt auch vor einer ziemlichen Logik-Lücke nicht zurück. Das schmälert den Eindruck von der ansonsten wirklich gut geschriebenen Geschichte leider schon.
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Das Leben außerhalb des Gerichts...
Der Ablauf eines jeden Kapitels in Danganronpa 2 ist im wesentlichen identisch und folgt der Struktur im Erstling. Zu Beginn des Kapitels muss man zunächst den neu erreichbaren Teil der Spielwelt erkunden, anschließend hat man zwischen einem und drei Freizeittagen, an denen man sich mit Charakteren der Wahl unterhalten kann, um etwas mehr über diese zu erfahren und nebenbei Erinnerungsfragmente zu sammeln. Hat man die Freizeit hinter sich gebracht, kommt es zu einem Mord und man muss Beweise und Hinweise zum Täter sammeln. Nach Abschluss der Ermittlungen – zu einem Zeitpunkt an dem man oft noch kaum wissen kann, wer der Mörder war – wird man dann von Monokuma zur Verhandlung gebeten und muss in diesem klaren spielerischen Highlight von Danganronpa 2 den Mörder entlarven und den Mordhergang rekonstruieren.

... und während der Verhandlung
Während das Leben auf der Insel und die Ermittlungen sich im Wesentlichen genauso spielen wie in Danganronpa, haben die Gerichtsverfahren eine Reihe neuer Elemente erhalten, die die Spielerfahrung verbessern. Die namensgebende Beweis-Munition kann in Non-Stop-Debatten weiterhin verwendet werden, um Aussagen zu widerlegen, zudem gibt es nun aber auch die Möglichkeit, diese mit Beweisen zu bestärken. Eine blaue Färbung der Aussage zeigt an, dass man sie nicht widerlegen, sondern nur bekräftigen kann, wohingegen orangefarbene Aussagen widerlegt werden können. Wie gehabt kann man diese auch einfangen und als temporäre Beweis-Munition verwenden. Etwas verändert wurden hingegen die Duelle mit einem anderen Charakter. Die gewöhnlichen Duelle laufen so ab, dass man mit einer begrenzten Zahl an Hieben – in Form von Analogstick-Bewegungen oder Touchscreen-Bewegungen -  möglichst viele Aussagen des Gegners zerschmettern muss, um in die Phase zu gelangen, in der solche mit Schwachpunkten auftauchen. Hier muss man dann – ohne zu zielen – den korrekten Schwachpunkt mit einem Beweis angreifen, um die Debatte zu gewinnen. In den finalen Duellen schließlich muss man sehr ähnlich wie im Erstling in einem Rhythmusspiel bestehen und am Ende schnell die korrekte Abschlussaussage eingeben, indem man die vier Frontbuttons in der richtigen Reihenfolge drückt.
 Autor:
Sebastian Küpper
Testbericht
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Leserwertung:
8.4