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Die Muppets: Filmabenteuer

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 Spiel-Infos: Die Muppets: Filmabenteuer
Muppets Filmabenteuer Boxart Name: Die Muppets: Filmabenteuer (EUR)
Entwickler: TBA
Publisher: Sony Computer Entertainment Europe (SCEE)
Erhältlich seit: 05. November 2014
Genre: Adventure - Action Adventure
Spieler: 1
Features:
keine
Jason Segel und seinem Drehbuch für den erfolgreichen Muppets-Film von 2011 ist es zu verdanken, dass Kermit, der Frosch, nach langer Abstinenz nun einen prallgefüllten Terminkalender in seinem Büro liegen hat. Und für Die Muppets: Filmabenteuer hat er seine ganze Crew mobilisiert, um auf Sonys PlayStation Vita ein Jump´n´Run-Highlight voller Glamour und Frohsinn  zu veröffentlichen. Doch bei Videospielen ist es wie im Film, das beste Starensemble macht noch keine hohe Qualität aus, wenn das gesamte Team hinter der Kamera – oder wahlweise auch am Programmcode nicht passt. Und auch die sehr sympathische Idee vermag da nicht aus der Bredouille zu führen.

„Applaus, Applaus, Applaus!“
Fünf Filme umfasst der Vertrag, den die Muppets mit Virtual Toys geschlossen haben und der die Besucher in Scharen an die PS Vita locken soll. Ob dies gelingen kann, ist allerdings fraglich, denn Die Muppets: Filmabenteuer hat, um weiter in der Filmsprache zu bleiben, ein miserables Drehbuch. Fünf Level umfasst das 2D-Jump´n´Run, die allesamt angelehnt an einen typischen Genrevertreter des Films sind. So spielt Kermit nicht nur den furchtlosen Piraten Grünbein, sondern auch einen wackeren Weltraumhelden. Die eigenen Worten zufolge wunderschöne Miss Piggy als barbarische Kriegerprinzessin erklimmt einen verzauberten Turm, während sich Gonzo durch ein düsteres Schloss schleicht und Tier in der Prärie für Gerechtigkeit sorgt. Die Grundidee hinter Filmabenteuer passt sehr gut und hätte durchaus einiges Potenzial gehabt, um zu einem kultigen Spiel, das den Muppets gerecht werden kann, zu avancieren. Leider kommt das Spiel nicht über zögerliche Ansätze hinaus, den Witz der Puppenfiguren einzufangen. Und was am Anfang noch sympathisch rüberkommt, wie die höhnischen Kommentare des Regisseurs, wenn man die Szene durch ein vorzeitiges Ableben vergeigt hat, wirkt mit fortschreitender Spieldauer nur noch steif und plump. Auch das Fehlen der originalen Stimmen der einzelnen Muppets, die ihre Dialoge nur mit Textboxen ausführen, hilft kaum für die Authentizität des Spiels. Lediglich die Animationen der Charaktere sind sehr gut gelungen.
„Es sind die kleinen Dinge, die einen zum Wahnsinn treiben“
Wahnsinn ist das Stichwort, was die fünf Level von Die Muppets: Filmabenteuer am besten beschreiben würde. Dabei beginnt alles sehr beschaulich: Als Piraten-Kermit befreien wir uns durch schnelle Neigbewegungen der Vita aus dem Strick und versuchen dann einen Weg zurück zum eigenen Schiff zu finden. In streng linearer 2D-Struktur hüpft dabei der Frosch durch den Hafen ans Ziel und sammelt dabei diverse Objekte wie Sterne, Filmrollen und ein spezielles, goldenes Ticket. Diese sind in den allermeisten Fällen sehr offensichtlich versteckt und wenn man ein Level so ausgiebig erkundet, wie ich es gerne tue, hat man auch alles Sammelbare im ersten Durchgang entdeckt. Ein paar wenige Objekte sind allerdings in den Leveln zumeist auf irgendeine Weise unzugänglich, sei es durch eine verschlossene Tür oder eine zu hohe Position. Sammeln kann man diese nur in einem erzwungenen zweiten Durchgang, der für den jeweiligen Helden mit einer neuen Fähigkeit – bei Kermit im ersten Level ein Doppelsprung – garniert wird. Auf die sprichwörtliche Spitze wird dies mit der zweiten Welt getrieben, in der Piggy einen Turm erklimmt. Um hier alle Sterne sammeln zu können, müssen sowohl alle anderen vier Level nach einer Note durchsucht, als auch die zweite Welt abgeschlossen werden. Dann erst kann man an fünf im gesamten Level verteilten Sphären die restlichen Sterne einsammeln. Wer also hier eine künstliche Streckung des Levels vermutet, dürfte sicherlich nicht allzu falsch liegen. Bereits im ersten Level wird man nach einem kurzen, sehr simplen Zwischenbosskampf an den Anfang des Levels zurückgeworfen, um dann den bereits gespielten Abschnitt noch einmal abzuhüpfen. Das Strecken der Spielzeit ist leider ein wichtiges Mittel für die Entwickler, um den geringen Umfang der fünf Level, die teilweise recht kurz und nach maximal einer halben Stunde erledigt sind, und dem anspruchslosen Schwierigkeitsgrad Rechnung zu tragen. Sowohl die Hüpfpassagen, als auch die verschiedenen Gegnerkämpfe sind leichter als der Regisseur der Muppet-Filme erlaubt.
 Autor:
Sascha P. Ritter
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