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Digimon Story: Cyber Sleuth (PS4)

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An und für sich werde ich mich immer gegen JRPGs mit Zufallskämpfen aussprechen, Cyber Sleuth jedoch nimmt dem beinahe jegliche Frustration aus den Segeln: Zwar ist die Encounter-Rate vergleichsweise hoch, dafür sind die Kämpfe rasant und schnell vorrüber. Das liegt zum einen am eher niedrigen Schwierigkeitsgrad (abseits der Bosskämpfe), zum anderen am cleveren Typen-System. Gleich zwei davon sind gleichzeitig aktiv. Digimon vom Typ Serum sind effektiv gegen Virus-Typen, die wiederum stark gegen Datei-Typen, und zurück zum Vorteil gegenüber Serum-Typen. Daneben existiert ein Elemente-System, in dem Feuer, Wind, Elektrizität und andere Eigenschaften eine Rolle spielen. Hat man erst einmal in die Typen-Abhängigkeiten hineingefunden, werden Gegner in einzelnen Attacken niedergestreckt. Der geringe Schwierigkeitsgrad mag manchem Spieler Anlass zur Kritik geben, wenn man normale Kämpfe jedoch als Trainings-Einheiten ansieht, um sein Team zu stärken und auf die wesentlich knackigeren Bosskämpfe vorzubereiten, ergibt das alles Sinn. Und besagte Bosse haben es in sich! Wo man bei regulären Gegnern die meiste Zeit die Funktion „Automatisch“ aktivieren kann, durch die ohne eigenes Zutun die besten Attacken angewandt werden, muss man im Boss-Business die Augen offen halten, wann welche Attacke sinnvoll ist, wann man sich heilt, wann man Items nutzt, wann man die eigenen Statuswerte erhöht oder aber die des Gegners senken sollte. Gerade zum Spielende hin stellen sich die meisten Bosskämpfe als kleines Puzzle heraus, das es zu lösen gilt, weil man sonst chancenlos ist. Und stets sollte man die Aktionsreihenfolge im Auge behalten, die, wie in Persona oder Shin Megami Tensei: Devil Survivor Overclocked, anzeigt, welcher Kämpfer wann an der Reihe ist. Ein hoher Speed-Wert ist deshalb nie verkehrt.

Das Gute: Es gibt für alles eine praxisnahe Lösung! Anders als beim Franchise-Konkurrenten Pokémon, wo jegliches Trainieren mit viel Zeitaufwand und oft Glück verbunden ist, ist in Digimon: Cyber Sleuth alles klar definiert und zeitnah erreichbar. Deshalb macht auch das Vervollständigen des „Digimon-Pokédex“ unglaublich viel Spaß, weil man das Erreichen des jeweiligen Ziels stets vor Augen hat. Wer es geschickt anstellt, kann irgendwann binnen Minuten ein Digimon von Level 1 auf Level 99 trainieren. Aufgrund der komplexen Systeme ist das auch bitter notwendig, denn immer wieder muss man ein Digimon auf die Vorstufe zurück-digitieren, um den sogenannten Ability-Wert zu erhöhen, der wiederum das Potential für alle anderen Statuswerte beeinflusst. Für Fein-Tuning etwaiger Werte dient die Digi-Farm, auf der Digimon abseits der aktiven Party trainiert oder zum Suchen neuer Missionen geschickt werden können. Durch cleveres Zusammenspiel zwischen Farm-Training und sogenannter „Restraint“-Items, mittels derer sich Werte auch wieder verringern lassen, um das Steigern anderer Werte zu  ermöglichen, kann man bis auf einen einzelnen Statuspunkt exakt das Digimon heranzüchten, das man haben möchte. Doch egal was man tun möchte, nichts verbirgt sich hinter kryptischen Hinweisen oder langwierigen Fleißarbeiten, sondern stellt sich dem Spieler offen dar und motiviert zum Weiterspielen. Und wer irgendwann Story, Sidequests und alle Digimon beisammen hat, darf sich im Online-Modus in Kämpfen mit anderen Spielern aus aller Welt messen.
 Autor:
Maximilian Edlfurtner
Testbericht
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Leserwertung:
9.2