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Steins;Gate

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Harter Weg zum guten Ende
Die Wahl der Antworten beeinflusst wiederum, wie die weitere Kommunikation mit dem entsprechenden Charakter abläuft. Teilweise sieht man so nur leichte Variationen der Kommunikation, teilweise neue Szenen inklusive neuer Zeichnungen, in anderen Fällen schaltet man kleine Goodies wie Hintergrundbilder oder Klingeltöne für das digitale Telefon frei. Fünf der sechs Enden im Spiel werden allerdings zum Glück durch jeweils nur eine sehr offensichtliche Wahl freigeschaltet. Um jedoch das „echte“ Ende der Geschichte zu Gesicht zu bekommen, ist die Verwendung einer Komplettlösung nahezu unerlässlich. Um dieses Ende zu sehen zu bekommen, muss man nämlich fünf Ending-Flags im Spiel setzen, indem man auf bestimmte Abfolgen von Mails stets korrekt antwortet. Zu allem Überdruss gibt das Spiel einem keinerlei brauchbare Rückmeldung, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Wie die Entwickler sich vorstellen, dass der Spieler in der Lage wäre, das richtige Ende auf selbstständige Weise freizuschalten, erschließt sich absolut nicht. Es ist eine Schande, wie archaisch Steins;Gate in dieserr Hinsicht im Vergleich zu Virtue’s Last Reward, ebenfalls auf PlayStation Vita erhältlich, wirkt.

Spannende Geschichte mit Stolpersteinen
Bei einem so Story-orientierten Spiel wie Steins;Gate ist allerdings natürlich vor allem die Qualität der Geschichte ausschlaggebend und die Geschichte ist sehr gelungen. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, die Regeln für Zeitreise deutlich zu machen, Probleme und moralische Stolpersteine angemessen zu thematisieren und eine interessante Handlung drum herum zu bauen. Allerdings muss man schon eine gewisse Toleranz gegenüber Otaku-Kultur, eigenwilligen Perversionen und ungewöhnliche Nutzung der englischen Sprache mitbringen. Seien es Anspielungen auf Otaku-Kultur, sei es 2ch, Internet-Memes, Unterwäsche- und Lochwitze, oder aber der Umstand dass einige Charaktere fortwährend von sich selbst in der dritten Person sprechen, Seltsamkeiten sind in Steins;Gate keine Seltenheit.
 
Technisch macht Steins;Gate eine ordentliche Figur. Die Charakter-Portraits sehen gut aus und auch die Sprachausgabe scheint gelungen zu sein, wenngleich ich als Spieler ohne Japanisch-Kenntnisse kein abschließendes Urteil hierzu abgeben kann. Musikalisch ist Steins;Gate leider meistens recht unauffällig und könnte definitiv das eine oder andere markante Musikstück zusätzlich vertragen. In der Spielzeit von etwa 30 Stunden sind im Test keinerlei Bugs aufgefallen.
 
FAZIT
Steins;Gate ist eine gute Visual Novel mit einer interessanten und gut durchdachten Geschichte, deren spielerische Komponente, so unbedeutend sie in der Gesamtschau ist, leider dennoch ein Ärgernis ist. Auf Grund dessen, dass die verschiedenen Enden keine echte Verzweigung der Geschichte, sondern nur kurze Abschweifungen vom Hauptstrang darstellen, fällt in jedem Fall auf, dass das Medium zur Geschichtenerzählung hier deutlich schwächer genutzt wird, als in Virtue’s Last Reward. Nichtsdestotrotz erhält Steins;Gate eine klare Empfehlung für alle Science-Fiction-Freunde mit Vorliebe für Visual Novels und ohne allzu starke Allergie gegen Otaku-Kultur.

Daher für Einzelspieler gut bis sehr gut.
 Autor:
Sebastian Küpper
Testbericht
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